Archiv der Kategorie 'Andere Institute und FSI´s'

No border, no nation, support education

Im Folgenden möchten wir auf eine Info-Veranstaltung der FSI des Lateinamerikainstitus aufmerksam machen:

Unter dem Motto „No border, no nation: support education“ wird am
kommenden Mittwoch, den 02.11.2011 ab 18 Uhr im Lateinamerikainstitut in Raum 201 eine Informationsveranstaltung mit anschließendem Soli-Kulturprogramm zu den Studierendenprotesten in Chile stattfinden. Angehörige der deutschen Solidaritätsbewegung werden zu gegen sein und vor Ort über die Situation in Chile berichten. Die Veranstaltung findet in deutscher und spanischer Sprache statt.

Zum Hintergrung:

Seit mehr als 6 Monaten protestieren die chilenischen Studierenden für eine kostenfreie, öffentliche Bildung, die auch qualitativ hochwertig ist. Ihr Forderung nach dem Ende des Profits in einem der teuersten und am weitesten privatisiertesten Bildungssysteme der Welt findet in der Gesellschaft großen Zuspruch.

(mehr…)

10.11.2010 – Semesterauftaktparty!

Die berühmt-berüchtigte Semester-Auftakt-Party der Fachschaftsinitiativen steigt dieses Jahr am 10.11.2010!

Festsaal Kreuzberg (U Kottbusser Tor, Skalitzer Straße 130)
21:00 uhr

sem

Studierende zu Waren? Zulassungsstopp für die Lehramtskombinationen Deutsch, Geschichte und Sozialkunde

Ab dem Wintersemester 2010/2011 herrscht an allen Berliner Hochschulen für mindestens zwei Jahre Zulassungsstopp für die Lehramts-Fächerkombinationen Deutsche Philologie und Geschichte, Deutsche Philologie und Sozialkunde (Politikwissenschaft als Nebenfach) und Geschichte und Sozialkunde.

Der Grund liegt in den neuen Berliner Hochschulverträgen für die Jahre 2010 bis 2013, die die einzelnen Hochschulen mit dem Staat eingehen. Die berliner Hochschulen vereinbaren also Hochschulverträge mit dem Land Berlin, die über einen mehrjährigen Zeitraum die Rahmenbedingungen für die Hochschulentwicklung festlegen und in der Öffentlichkeit v.a. von ihren Machern meist als positive Instrumente der „Planungssicherheit“ und „größeren Autonomie für die Hochschulen“ gelobt werden. Doch aus vielen Publikationen wie zum Beispiel der „Hochschule im historischen Prozess, Band 13″ wissen wir, dass die Hochschulverträge durchaus kritisch zu betrachten sind, erscheinen sie doch auch als staatliches Steuerungsinstrument, dass den Hochschulen durch Vorschriften v.a. Autonomie raubt, wenn ihnen hier durch das sog. „leistungsbasierte Hochschulfinanzierungssystem“ die Ökonomisierung, das Konkurrenzverhältnis zwischen den Hochschulen sowie deren Ausrichtung auf den Markt aufgedrückt werden.

Neben der Finanzausstattung der Uni werden z.B. auch Fragen der Ausbildungskapazität und der Lehre in den Verträgen vereinbart. Deren Abschluss gehen Verhandlungen voraus, die seitens des Landes von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, also momentan durch Jürgen Zöllner, geführt werden. Auch in der eigenen Pressemitteilung schwärmt die Senatsverwaltung von den vielen Vorteilen der neuen Hochschulverträge: „Die Verträge enthalten neben dem Ausbau der Kapazitäten und den Regelungen zur Hochschulfinanzierung weitere Vereinbarungen, die sich für den Hochschulstandort positiv auswirken: Hierzu gehören etwa die Weiterentwicklung der mit dem Bologna-Prozess verbundenen Reformen, das Qualitätsmanagement und die Stärkung der Lehrerbildung.“ (Zur Pressemitteilung)

Aha, was hat denn aber nun ein Zulassungstopp mit einer „Stärkung der Lehrerbildung“ zu tun?

Also blättern wir etwas in den Hochschulverträgen mit der FU Berlin und sind erstaunt. Schon in den Hochschulverträgen 2006-2009 verankerte sich eine „Bestellmentalität“ des Berliner Wissenschaftssenators hinsichtlich der „Bestellbarkeit“ bzw. „Lieferbarkeit“ von vorgegebenen Absolvent_innenquoten für Lehramtsstudierende. Der § 5 a (2) der „Organisation der Lehrerbildung und Ausbildungskapazität“ schreibt eine „Zahl von 850 Absolventen pro Jahr“ vor.
Auch ist schon hier von einer irgendeiner abstrakten „zentralen Steuerungsgruppe auf Landesebene“ zur „Qualitätssicherung“, „Professionalisierung“ und „Vernetzung der Lehrerbildung“ die Rede. (Zu den Berliner Hochschulverträgen)

In den anschließenden Verträgen für 2010 bis 2013 wird diese Klausel nicht nur fortgesetzt, sondern noch um weitere Steuerungsmechanismen um einige Paragraphen ergänzt. Zunächst erhöht sich die „Bestellung“ des Senators: „Die lehrerausbildenden Universitäten stellen durch ihre Kapazitätsplanung sicher, dass ab 2014 mindestens 1.000 Lehramtsabsolventinnen und -absolventen pro Jahr für den Vorbereitungsdienst zur Verfügung stehen können.“ Soweit, sogut… allerdings… so ein bisschen stört uns die Formulierung „zur Verfügung stehen“ schon. Woran liegt das nur? Wir lesen weiter…

Auch § 5 ist neu und heißt: „Bedarfsgerechte Ausbildung“. Hier finden wir nun auch die Festschreibung des Einstellungsstopps: „…verpflichten sich die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin zu einer bedarfsgerechteren Ausbildung von Lehramtsabsolventinnen und -absolventen. Dies geschieht dadurch, dass die wechselseitigen Kombinationsmöglichkeiten in den Fächern Geschichte, Sozialkunde und Deutsch ab 2010 zunächst für zwei Zulassungsperioden ausgesetzt werden.“ Bedarfsgerecht meint hier also den Bedarf des Staates an Lehrkräften, der im übrigen auf keinen Fall gleichzusetzen ist mit einem „objektiven Bedarf“ von Lehrer_innen an den Schulen, die schließlich immer von veranschlagter Klassengröße, Betreuungsverhältnis, Ausrichtung und Organisation abhängt, um die man bzw. Erziehungswissenschaftler_innen sich schließlich streiten.
Dass das Land Berlin durch Einstellungsstopps etc. seine angehenden Lehrer_innen nach ihrem Studium immer wieder traktiert, scheint ihm jetzt nicht mehr zu reichen. Noch im Studium ist der Lehramtsstudierende schon „Rekrut“ des Landes und hat dessen Willen folge zu leisten. Es kann sich Studierende also nicht nur „bestellen“, sondern auch „abbestellen“.

Weiterhin wird noch im selben Paragraphen extra festgeschrieben, dass die „Beratung zukünftiger Lehramtskandidatinnen und -kandidaten“ geführt werden soll „mit dem Ziel, in Zukunft Angebot und Nachfrage zu größerer Übereinstimmung zu führen“– zukünftig soll also an der FU nicht zum Wohle des individuellen Studierenden, sondern für irgendein diffuses „Gemeinwohl“ des Staates beraten werden.
Diese Praxis scheint an manchen Fachbereichen bereits verbreitet zu sein. Nach unseren Erfahrungen werden viele Studierende, die sich zu einem Fachrichtungswechsel oder eben zur Immatrikulation in einem entsprechend reglementierten Fach beraten lassen wollen, ohne echte Informationen abgespeist mit dem Hinweis: „Studieren sie doch lieber eine Naturwissenschaft…“ oder ähnlichem. Denn eigentlich sind sie mit ihrem Studienwunsch hier nicht „erwünscht“.

Es handelt sich dabei anscheinend leider nicht lediglich um einen hilfreichen Hinweis oder die Aufklärung der zukünftigen Lehramtsstudierenden über mögliche Zukunftsperspektiven, sondern um den bewussten Versuch der Steuerung. Das heißt, es wird nicht nur darauf hingewiesen, dass manche Lehramtskombinationen bessere Berufseinstiegschancen bieten als andere und anschließend ernsthaft weiter über den eigentlichen Studienwunsch des zu Beratenden geredet,sondern die Information über das Studienfach wird zugunsten der Überzeugung zum Studium eines anderen Faches ausgelassen. Eine frühzeitige Beratung und Aufklärung an Schulen über Studienangebote und anschließende Berufschancen, die dem zukünftigen Studierenden eine selbstbestimmte und dennoch wirtschaftlich durchdachte Entscheidung ermöglichen würden, wird in Betracht gezogen, sondern die Entscheidungsmöglichkeiten durch den Zulassungsstopp einfach gekappt und markt- statt studierendenfreundliche Beratungen festgeschrieben- fast so als gäbe es gar kein sogenanntes „Recht auf freie Bildung“, dass unseres Erachtens nach die freie Studienwahl mit einschließt.

Was die Ökonomisierung der Unis für die Lehre bzw. für die Studierenden bedeutet, ist schon durch Bologna klargeworden und wurde heftig kritisiert. Dennoch macht der Berliner Senat keinen Halt davor, mit Lehramtsstudierenden, von denen jede_r einzelne eigene individuell zu begründende Bedürfnisse und Studienwünsche hat, wie mit einer Ware zu verfahren, die man bestellen, abbestellen und über die man verfügen kann. Wenn der Staat sich als zentrale Instanz der Allokation (Verteilung) von Ressourcen wie Bildung und Arbeit erklärt, dann ist das eine staatlich verordnete „Planungssicherheit“, die durchaus gefährliche Implikationen birgt: „Während Hochschulautonomie also einst die Forderung, der Staat möge die Hochschulen zwar aushalten ud ihren Betrieb gewährleisten, sich aus ihrer inneren Organisation jedoch heraushalten und diese einer demokratischen Selbstbestimmung der in ihr agierenden Statusgruppen überlassen, bezeichnete, bedeutet diese heute vor allem die Aufgabe staatlicher zugunsten marktförmiger Steuerung, welche zudem auch Marktversagen im Sinne eines Scheiterns am Markt und also ein Ende des staatlich garantierten Globalschutzes wissenschaftlicher Institutionen im Sinne einer sicher gewährleisteten (Unter-)Finanzierung impliziert.“ (Hochschule im Prozess, Band 13, S.101)

Diesen klammheimlichen Eingriff des Berliner Senats ins Hochschulsystem wollen wir hiermit scharf kritisieren und fordern für alle Studierenden die freie Studienwahl und den freien Hochschulzugang- mindestens jedoch die Aufhebung des Zulassungsstopps.

(entnommen aus fsigermanistik.blogsport.de)

Stückwerk oder Sprengstoff?

Politikwissenschaft zwischen Legitimation und Kritik des Bestehenden am Beispiel der Internationalen Beziehungen

Mi, 23.6. – 18 Uhr -Ihnestr.21 – HS A

Eine kritische Perspektive auf die Politikwissenschaft zeigt, dass diese
grundsätzlich in bestehende Verhältnisse eingebunden ist und spezifischen
Interessen folgt. Wie sich Politikwissenschaft zu gesellschaftlichen
Verhältnissen positioniert und welche Folgen dies für Forschung und
Ergebnisse hat, gilt es sowohl für Sozialwissenschaftler_innen als auch
Politikinteressierte in den Blick zu nehmen: Aus welchem Interesse heraus
wird mit welchen Zielen die Analyse von Politik und Gesellschaft berieben,
welche Fragen gestellt oder ausgeblendet, welche Befunde geliefert oder
verdeckt, welche Funktionen erfüllt und welche politischen Konsequenzen
forciert? Werden in einer affirmativen Manier etwa bestehende Macht- und
Herrschaftsverhältnisse legitimiert oder gar Herrschaftsstrukturen,
Unterdrückung, Ausbeutung oder Diskriminierung (re-)produziert? Welche
Perspektiven kritischer Wissenschaft hinterfragen die bestehenden
Verhältnisse oder bringen diese gar zum Tanzen?
Diese Fragen nach einer Kritik der Politikwissenschaft und kritischen
Politikwissenschaft sollen am Beispiel der Internationalen Beziehungen auf
dem Feld der Entwicklungspolitik diskutiert werden.

mit Jenny Simon
organisiert von der FSI OSI

Der AK HoPo lebt.

Di, 15.6. * 18 Uhr * AStA-Garten

Bei all dem Protest fehlt dir die theoretische Auseinandersetzung? Du
würdest dich gern mal näher mit der Bologna-Problematik auseinandersetzen?
Immer nur demonstrieren ohne jegliche Reflexion über verschiedene
Aktionsformen?

Für alle Studierenden, die sich für eine emanzipatorische, theoretisch
fundierte hochschulpolitische Arbeit an der Uni interessieren, startet am
Dienstag, 15.06.2010 der Arbeitskreis Hochschulpolitik (AK HoPo). Je nach
Wünschen der Mitstreitenden werden dort sowohl aktiv hochschulpolitische
Projekte initiiert und kritisch begleitet, als auch theoretisch die breit
gefächerte Uni-Landschaft kennen und verstehen gelernt.
Die Berliner Bildungspolitik und die Arbeit des neuen Präsidiums ist
kritisch zu begleiten, studentische Interessen zu diskutieren und mögliche
Interventionen zu erarbeiten. Wir sollten die aktuelle Bildungsmisere nicht
unkommentiert lassen, sondern uns lauthals zu Wort melden.

Also auf in kämpferische Debatten und erfüllende Diskussionen.

Das HoPo Referat ist für euch unter hochschulpolitik@astafu.de erreichbar.

Gesicherte Freiheit

In dieser Woche findet die nächste Veranstaltung der Vorlesungsreihe der Fachschaftsinis „Wissenschaft und Kritik“ statt. Am Mittwoch, den 26.05.10 heisst es ab 18.00 Uhr in der Boltzmannstr. 3 Raum 2215 (FB Jura) „Gesicherte Freiheit“:

In der Geschichte der Bundesrepublik gab es stets Gruppen, die als Bedrohung der Inneren Sicherheit angesehen und rechtlichen Maßnahmen unterworfen wurden. Diese Gruppen wechselten im Laufe der Jahre: angefangen mit kommunistischen Gruppen in den 50er und 60er Jahren; es folgten „Radikale“ aus der Studentenbewegung Ende der 60er und in den 70er Jahren, die RAF bis in die 90er Jahre; nach deren Selbstauflösung erfolgte eine Hinwendung zur „Organisierten Kriminalität“, die dann seit 2001 vom „internationalen Terrorismus“ abgelöst wurde. Angesichts dieser dichten Abfolge von „Gegnern“ oder „Feinden“ des Gemeinwesens kann man den Eindruck gewinnen, dass die Sicherheitsorgane der BRD stets in der Lage waren, sich ein Objekt der Ermittlung und Verfolgung auszuwählne: ein Phänomen, das als Strategie der Selbsterhaltung von Organisationen bekannt ist. Ein chronologischer Abriss des Rechts der Inneren Sicherheit der vergangenen 60 Jahre soll darüber hinaus zeigen, dass
- es einen kumulativen Effekt der Sicherheitsgesetzgebung, da die zuvor eingeführten Normen mit dem Verschwinden eines alten „Feindes“ nicht wieder außer Kraft gesetzt,
- die Sicherheitsbehörden zu immer früherem, heimlicherem, zentralisierterem Vorgehen ermächtigt werden, um „Gefährder“ „rechtzeitig“ bekämpfen zu können,
- eine Effektivitätskontrolle ebenso aussichtslos zu sein scheint wie eine Evaluationspflicht von Sicherheitsmaßnahmen,
- das Bundesverfassungsgericht die Sicherheitspolitiker zwar immer wieder zurückpfeift, den Gesetzgeber aber zugleich darüber belehrt, wie er es in Zukunft „besser“ machen kann, so dass das verfassungsrechtlich (gerade noch) „Mögliche“ dann mit Verweis auf Karlsruhe Segen problemlos „umgesetzt“ werden kann

Es referiert Alexander Klose, die Veranstaltung ist organisiert von den Kritischen Jurist_innen.

Sichtbar-Unsichtbar. Transformationen medialer Geschlechterbilder

In dieser Woche gibt es wieder eine Veranstaltung aus der Vorlesungsreihe „Wissenschaft und Kritik“. Am Donnerstag, den 20.5., geht es ab 18 Uhr im Hörsaal A des OSI (Ihnestr. 21) um „Transformationen medialer Geschlechterbilder. Sichtbar – Unsichtbar“. Der Vortrag wird gehalten von Dr. Tanja Maier:

„Mediale Geschlechterbilder befinden sich in einem ständigen Wandel. Die in modernen Gesellschaften sich diversifizierenden Lebensweisen zirkulieren immer auch in der populären Kultur. Demnach finden sich in den Medien nicht nur stereotype Inszenierungen von Frauen und Männern, sondern es werden beispielsweise auch Bilder von erfolgreichen Frauen, von lesbischen, schwulen oder transgender Positionen gezeigt. Handelt es sich hierbei in jedem Fall um ‚neue Bilder’, die gewohnte Wahrnehmungsweisen durchbrechen und geschlechtliche sowie sexuelle Vielfalt sichtbar machen? Oder werden in populären Medienbildern doch wieder nur altbekannte Geschlechterbilder aufgegriffen und modifiziert? Anhand verschiedener Medienbeispiele geht der Vortrag den Wandlungs-prozessen von Geschlechterbildern in den Medien nach. Es wird nicht nur thematisiert, welchen Bildern bestimmte Medien zu Sichtbarkeit verhelfen und welche sie unsichtbar machen. Vielmehr soll gezeigt werden, wie Medien was zu sehen geben. Damit wird ein Rahmen eröffnet, der es ermöglicht danach zu fragen, wie Medien Geschlecht konstruieren, welche Identitätsangebote sie für das Publikum bereitstellen und welche Handlungsmöglichkeiten dadurch eröffnet werden.

Des Wirtschaftspudels Kern

In dieser Woche geht die Veranstaltungsreihe „Wissenschaft und Kritik“ der FSIn in die dritte Runde. Am Mittwoch, den 12.05.10 ab 18 Uhr, heisst es in der Garystr. 21 (WiWiss)/ Raum 102: „Des Wirtschaftspudels Kern – Die große Lee(h)re in der Krise“ mit Michael Heinrich. Aus dem Ankündigungstext:

Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der krisenhaften Entwicklung kapitalistischer Produktionsprozesse. Folgt man der herrschenden neoklassischen Theorie und deren Modellvorstellungen, so sollte eine solche krisenhafte Entwicklung eigentlich gar nicht existieren, auch wenn sie täglich für das einzelne Individuum und die Gesellschaften spürbar ist. Die Betrachtung der Krise und die Diskussion der aus ihr folgenden Konsequenzen sind in den derzeitigen Lehrplänen nicht vorgesehen, stattdessen müssen jene Modelle gepaukt werden, die einem erklären, dass es solche Krisen gar nicht geben kann. Die Leere, die durch die krisenhafte Entwicklung dieser Wirtschaftsordnung, in der ökonomischen Lehre sichtbar wird, ist jedoch auch eine Chance – sich Gedanken zu machen, über den Sinn und Unsinn der akademischen Disziplin „Volkswirtschaftslehre“.

Das komplette Programm der Veranstaltungsreihe findet ihr in unserem Programmheft: http://fachschaftsinitiativen.files.wordpress.com/2010/04/programmheft.pdf

Wir freuen uns auf euch!

„Wissenschaft und Kritik“ – weitere Veranstaltungen

Wie bereits zu lesen war, begann in der letzten Woche die Veranstaltungsreihe der Fachschaftsinis „Wissenschaft und Kritik“. Am Mittwoch, den 05.05.10 ab 18 Uhr, referiert Benedikt Pontzen im Raum KL24/122 der Silberlaube zum Thema „Eine Frage der Verhältnisse? Möglichkeit(en) der Ethnologie“:

Im Rahmen dieser Veranstaltung wollen wir uns mit den äußeren und inneren Rahmenbedingungen der Ethnologie befassen. Unser Hauptaugenmerk wird dabei der aktuellen Ethnologie gelten. Die Ethnologie ist Raum, Möglichkeit und Handlungsfeld des Sprechens über das Fremde. Von dieser Bestimmung unseres Faches ausgehend wollen wir uns diesem Verhältnis (des Sprechens zum Fremden) genauer widmen und es auf seine Bedingungen und Möglichkeiten hin untersuchen. Dies bedeutet für uns einerseits ein Verfolgen der Spur des Fremden in der Ethnologie und den gesellschaftlichen Verhältnissen, die diese Disziplin hervorgebracht haben, und andererseits ein Auseinandersetzen mit dem Raum und der Möglichkeit über das Fremde zu sprechen (und dies auch zu tun). Im Sinne einer kritischen Hinterfragung des Faches soll dabei beleuchtet werden, wie sich die Disziplin konstituiert, von welchen Machtverhältnissen sie durchdrungen ist und was für Auswirkungen dies letztendlich auf sie hat. Gleichzeitig soll aber auch aufgezeigt werden, was für Wege sich in der Ethnologie auftun, gesellschaftliche Verhältnisse zu hinterfragen und zu überwinden, schließt eine Kritik der Wissenschaft doch stets die Möglichkeit einer kritischen Wissenschaft mit ein.

Wir freuen uns auf spannende und interessante Veranstaltungen, sowie auf euch!

Das Programmheft mit allen Veranstaltungen als pdf

Auftakt der FSIn-Veranstaltungreihe – Wieso, weshalb, warum macht die Schule dumm?!

Am kommenden Donnerstag, den 29.4., wird Freerk Huisken im Hörsaal 1b der Silberlaube ab 18 Uhr zu der Frage „Wieso? Weshalb? Warum? Macht die Schule dumm!?“ referieren.

Ausbildung macht dumm. Das steht nicht für ein Versagen von Schule und Universität, sondern das gehört zu den Aufträgen des hiesigen Bildungssystems. Dummheit, was ist das? Es fällt nicht unter Dummheit, wenn man die neue Rechtschreibung nicht beherrscht, nur schlecht lesen und rechnen kann oder die Nebenflüsse der Donau nicht kennt. Das ist fehlendes Wissen, das kann man sich aneignen. Besser: das könnte man sich aneignen, wenn das Schulwesen tatsächlich das Anliegen verfolgen würde, den Nachwuchs solide in die „Kulturtechniken“ einzuführen und ihm gediegenes Wissen über Natur und Gesellschaft zu vermitteln. Tut es aber nicht.

Unter Dummheit fällt dagegen ziemlich viel von dem was man lernt, und zwar als Hauptschüler wie als Gymnasiast und als Student. Es fällt darunter die Ausstattung der Jugend mit einer Fülle falscher Urteile über Gott und die Welt. Das liegt nicht daran, dass sich Schulbuchverfasser und Lehrer einfach nur irren, wenn sie die Schüler mit ihren Lehren über Demokratie und Faschismus, über Geld und Markt, über Familie und Staat traktieren. Das tun sie auch. Aber das trifft nicht die Sache. Dafür sind die Dummheiten viel zu resistent gegen Argumente und haben bereits zu viele Jahrzehnte in Schulbüchern überdauert. Die frühzeitige Aneignung einer gehörigen Portion Dummheit braucht es vielmehr für die geistige Ausstattung des mündigen Bürgers. Gefordert ist sie für Leistungen, die hierzulande ständig gefordert sind: nämlich für die freiwillige Unterordnung unter alle Zwänge und Sachzwänge dieser Gesellschaft. Dummheit ist damit parteiliches Denken. Zugleich belehren die Dummheiten den erzogenen Mensch darüber, wie er alle sich einstellenden Beschränkungen seiner Interessen zu verarbeiten hat und dabei brav bleiben kann. Dummheit ist also eine wahre Produktivkraft im und für den Kapitalismus.“

Der Vortrag ist der Auftakt der Veranstaltungsreihe der Fachschaftsinis. In diesem Sommersemester veranstaltet die Fachschaftskoordination der FU Berlin eine Vorlesungsreihe mit dem Titel „Wissenschaft und Kritik“. Die 10 Referats- und Diskussionsveranstaltungen werden organisiert von den Fachschaftsinitiativen Lehramt, Ethnologie, OSI, Wirtschaftswissenschaften, Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Geschichte, Theater-, Film- und Musikwissenschaften, Germanistik, Psychologie, sowie den Kritischen Jurist_innen und bringen kritische Standpunkte bezüglich ihrer eigenen Fachdisziplin zur Sprache. Die Veranstaltungen finden an den jeweiligen Instituten der FU statt und legen ihren Fokus auf die Produktion und Reproduktion gesellschaftlicher Machtstrukturen, Verhältnisse und Ideologien durch Wissenschaft und ihre fachliche Deutungshoheit.
Hier findet ihr auch ein mit einem Überblick über alle Veranstaltungen, Referent_innen und Inhalte. Wir freuen uns auf spannende und interessante Veranstaltungen, sowie auf euch!

Programmheft als pdf