Archiv der Kategorie 'Feminismus & Queer Movement'

Histo-Kino: North Country

„North Country“ erzählt die fiktionalisierte Geschichte des ersten Sammelklagenprozesses in den USA wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, der sich über 14 Jahre hinziehen sollte. Die alleinerziehende Mutter Josey Aimes, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann zu ihren Eltern in Minnesotas größte Tagebauregion fliehen musste, beginnt dort als eine von wenigen Frauen im Bergbau zu arbeiten und ist von Anfang an Diskriminierung und sexistischen Übergriffen ausgesetzt. Als sich die wenigen Frauen im Betrieb gegen die sexuellen Belästigungen zur Wehr setzen, stößt das bei der Konzerverwaltung auf kein Gehör und verschlimmert die Lage im Tagebau zusehends. Als letzter Ausweg bleibt Josey nur die Klage vor Gericht…

Donnerstag, 24.06.2010, 21h, Bandito Rosso Lottumstr. 10a (U-Bhf Rosenthaler oder Rosa-Luxemburg-Platz)

*Werbebefreite Uni*

Werbung an der Uni – nicht mit uns.
Sexistische Werbung unkommentiert hinnehmen – auf keinen Fall.
Zusehen, wie unser Lebensraum verkauft und zutapeziert wird – nicht mehr lange.

>>Dienstag, 15.6. – 10-18 Uhr – Rotes Café<<

Offener Workshoptag für alle, die Kritik an Werbung üben und diese auch in die Praxis umsetzen wollen. Dieser Workshop soll den Raum geben, gemeinsam zu diskutieren, was uns stört und wie wir unseren Lebensraum zurückerobern bzw. selbst gestalten wollen und können.
Neben Inputs: Wer verkauft die Flächen in der Stadt? Wie wirkt sich Werbung auf die Stadt aus? Wer profitiert von Werbung? und Welche Formen der Werbebefreiung gibt es eigentlich? wird es Platz für eure kreativen Ideen geben. Im „sklills for action“-Workshop können Plakate gestaltet, Stencils entworfen und weitere Aktionsformen in die Praxis umgesetzt werden.

Alles unter dem Motto: Mach dich werbefrei.

Auch im Aufbau: www.werbefrei.blogsport.de

„Recht und Geschlecht“ – Studientag an der FU

Am 07.12.2007 findet ab 10 Uhr der von den Kritischen JuristInnen FU organisierte Studientag Recht und Geschlecht am Fachbereich Rechtwissenschaft der FU statt.

Es werden sechs Workshops von den AutorInnen des Studienbuchs „Feministische Rechtswissenschaft“ angeboten:

10 Uhr – 12 Uhr

- Antidiskriminierungsrecht in der Praxis,
- Kinderkosten und Sorgearbeit im Recht,
- Pornographie: Gewalt oder Kommunikation

14 Uhr – 16 Uhr

- Tötung des Familientyrannen – eine Urteilsanalyse,
- Race, Geschlecht und Recht (Teil 1)

16 Uhr – 18 Uhr

- Geschlechterverhältnisse in historischer Perspektive,
- Race, Geschlecht und Recht (Teil 2)

Zum Abschluß des Tages wird der Film „Beates Geschenk“ gezeigt. Es handelt sich um einen japanischen Dokumentarfilm (mit englischen Untertiteln) aus dem Jahr 2004 über den Kampf der japanischen Frauen um Gleichberechtigung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs (Ab ca. 18 Uhr).

Anmeldung unter: recht-und-geschlecht[ätt]fu-berlin.de (Anmeldung nicht zwingend erforderlich)

Finde den Fehler! Sexismus und Normalität

reflectures – sieben Abende darüber, die Welt zu verändern

Mittwoch, 14.03.07 um 19:30 in der Friedel 54 – Projektraum in der
Friedelstr. 54, Berlin Neukölln, U Hermannplatz

Medien spiegeln gesellschaftliche Geschlechterbilder und -verhältnisse wider
und helfen, sie immer wieder zu aktualisieren. Wir möchten mit Euch anhand
von einem Beispiel über gängige Darstellungen diskutieren und überlegen, wie
mehr Menschen für das Hinterfragen von Geschlechterbildern sensibilisiert
werden können.

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Eine Veranstaltungsreihe von reflect! – assoziation für politische
bildung und gesellschaftsforschung

Weitere Infos unter http://www.reflect-online.org/ und
info[ätt]reflect-online.org

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von Stiftung Menschenwürde und
Arbeitswelt & Aktion Mensch

Geschichte wird plattgemacht…

Abriss des Jugendzentrums „Ungdomshuset“

Gestern fuhren die Bagger vor: vier Tage nach der Räumung des Kopenhagener alternaviven Zentrums „Ungdomshuset“ begannen am gestrigen morgen die Abrissarbeiten. Das Ungdomshuset – zu deutsch „Jugendhaus“ wurde 1897 als „Volkshaus“ errichtet und diente als Zentrum und Versammlungsort der dänischen Arbeiterbewegung. Nach längerer fremdnutzung wurde es im Jahre 1982 besetzt und dann von der Stadt Kopenhagen der linken Jugendbewegung als Treffpunkt überlassen.
Das Agreement wurde jedoch einseitig aufgekündigt, die Stadt veräußerte das Haus an eine christliche Sekte, die zunächst die Räumung und nun auch den Abriss durchsetzte. Ein Ersatzgebäude ist nicht in Sicht.

Protestdemo am 10. März

Am kommenden Samstag, dem 10 März findet in Berlin eine Protest- und Solidaritätsdemo gegen den Abriss statt. Treffpunkt ist, bisher geplant, um 18 Uhr am Hackeschen Markt. Bei Verlegung informiert das Terminportal „Stressfaktor“ im Internet. Eine Demo, die sich lohnt, meinen wir.

Abriss eines Historischen Ortes der Frauenbewegung

Denn mit dem Abriss fällt nicht nur ein europaweit bekannter Treffpunkt und Vernetzungsort der alternativen Jugendbewegung fort, sondern es wurde auch ein Denkmal der Frauenbewegung geschliffen. Genau diesem Gebäude in der Straße „Jagtvej 69″ tagte nämlich im August 1910 eine die „Zweite internationale Konferenz sozialistischer Frauen“, wo damals auf Antrag der deutschen Sozialistin Clara Zetkin erstmals die Begehung eines jährlichen Internationalen Weltfrauentages beschlossen wurde. Dieser Weltfrauentag, anfangs noch mit wechselnden Daten, später auf den 8. März festgelegt, wird bis heute von Frauen und Männern auf der ganzen Welt als Kampftag für Frauenrechte begangen.

Gedenken an Clara Zetkin auch in Berlin abgewickelt

Um so brutaler erscheint der Abriss des heutigen Ungdomshuset, drei Tage vor dem Weltfrauentag, eine Kampfansage nicht nur an die linke Szene der Stadt, sondern auch ein Angriff auf die Traditionen der Frauenbewegung. Aber nicht nur in Dänemark hat man wenig Repekt vor Bewegungsgeschichte: auch in Berlin wurde ende 1995 die Clara-Zetkin-Straße in Mitte umbenannt in Dorotheenstraße, unter anderem auf Betreiben des HU-Chefhistorikers Heinrich August Winkler. Eine preußische Kurfürstin paßte wohl nicht nur ihm besser ins Stadtbild des neuen Berlin als eine sozialistische Frauenrechtlerin.

Aktionen zum Frauentag: 8. März um 14 Uhr auf dem Hermannplatz

Nicht nur gegen den Abriss des Ungdomshuset, sondern auch zum Frauentag selbst finden selbstverständlich Aktionen in Belin statt, zum Beispiel eine Demo am 8. März um 14 Uhr am Hermannplatz in Neukölln, mehr dazu ebenfalls im „Stressfaktor“.

Geschichtsbewusste finden übrigens das Originalprogramm der Frauenkonferenz von 1910 mittlerweile auch in Quellensammlungen im Internet, zum beispiel hier. Zetkins Antrag zum Frauentag findet sich auf Seite drei.