Archiv der Kategorie 'Antifaschismus'

Gemeinsamer FilmTresen mit der FSI OSI am 30.1.

Am 30. Januar 1933 übergaben die wirtschaftlichen, militärischen und politischen Eliten der Weimarer Republik die Macht an Adolf Hitler. Die Folgen dieses Schritts sind bekannt: die Ausschaltung der deutschen Arbeiter_innenbewegung, der Versuch der Vernichtung des europäischen Judentums und der von Deutschland ausgehende Zweite Weltkrieg mit mehr als 50 Millionen Toten. Zwanzig Jahre nach Ende dieses Krieges schuf der sowjetische Regisseur Michail Romm den Film „Der gewöhnliche Faschismus“. Dieser Dokumentarfilm setzte stilistisch und inhaltlich Maßstäbe und ist bis heute eine der genauesten filmischen Beobachtungen des deutschen Faschismus in seiner ganz alltäglichen Banalität – ohne dabei je die verbrecherische Dimension aus den Augen zu verlieren.
Die Fachschaftsinitiativen des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft und des Geschichtsinstituts der FU Berlin zeigen anlässlich des Jahrestags der Machtübergabe an die Nazis den Film von Michail Romm und laden zur anschließenden Diskussion.

Die Veranstaltung beginnt 21 Uhr im Bandito Rosso (Lottumstraße 10a, U Rosenthaler Platz o. U Rosa Luxemburg Platz). Der Eintritt ist wie immer frei.

Den Blog der FSI OSI findet hier: FSI OSI BLOG

Nazis am 14.1.2012 in Magdeburg die Tour vermasseln

Immer wieder versuchen Neonazis die Geschichte des 2. Weltkrieges umzudrehen und zu verklären. Ein besonders bekanntes Beispiel hierfür ist der sogenannte Trauermarsch in Dresden am 13. Februar, an dem sich Faschist_innen aus ganz Europa beteiligen. Dank beherzter antifaschistischer Intervention gelang es, diesen in den letzten beiden Jahren zu unterbinden. Ähnlich der Thematik Dresdens organisieren Rechtsextremist_innen eine Demonstration am 14.1. 2012 in Magdeburg. Dort jährt sich am16.1. die Bombardierung der Stadt zum 67. mal. Diesen Anlass wollen Nazis nutzen, um ihre faschistische Ideologie und ihre Geschichtsverdrehung zu propagieren. Dem gilt es mit allen Mitteln und auf allen Ebenen entgegenzutreten!

Seit 1999 meldet eine sogenannte „Initiative gegen das Vergessen“ den rechten Aufmarsch an. Die Neonazis versuchen ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten, indem sie die Opfer des Faschismus mit den TäterInnen auf eine Ebene stellen und die Bombardierung Magdeburgs am 16.01.1945 nicht als Folge des von Deutschland entfachten Zweiten Weltkrieges benennen. Ausgeblendet wird der gesamte historische Kontext: die Verbrechen der Nazidiktatur, die Bombardierung spanischer, englischer und anderer europäischer Städte sowie die massenhafte Vernichtung von Menschen in Konzentrationslagern. In Wirklichkeit beendete die militärische Zerschlagung Nazideutschlands den Krieg und rettete unzähligen Menschen das Leben.

Die Aktuelle Situation:

Auch die rassistisch motivierten Übergriffe, an welchen häufig Neonazis beteiligt sind, gehören hierzulande zur hässlichen Normalität. Zwischen Januar und August 2011 dokumentierte die Mobile Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt bereits 27 Übergriffe in Sachsen-Anhalt, wobei die Zahl nicht dokumentierter Fälle weit höher liegen dürfte.

Inhaltlich ist die neonazistische Ideologie in ihrem Rassismus und Nationalismus durchaus anschlussfähig an gesamtgesellschaftliche Diskurse. In der Bevölkerung der Bundesrepublik ist latenter Rassismus weit verbreitet, was Studien seit vielen Jahren belegen. Von staatlicher Seite wird ebendieser Rassismus konsequent umgesetzt, u.a. mit der menschenunwürdigen Behandlung von Flüchtlingen, repressiven Gesetzen gegen Nicht-Deutsche und racial profiling bei Polizeikontrollen.
Patriotismus, Nationalismus und die Identifikation mit dem nationalen Kollektiv Deutschland gedeihen unter fleißiger Pflege von Parteien und Zivilgesellschaft. Unter anderem führte dies bei der WM 2010 auch in Magdeburg zu nationalistischen Ausschreitungen deutscher Fußballfans.

Um dem Naziaufmarsch entgegenzutreten, wird es 2012 mehrere Veranstaltungen geben. Ein Bündnis aus antifaschistischen und linksradikalen Gruppen aus Magdeburg ruft wie schon Anfang 2011 zu Blockaden auf. Des Weiteren wird es eine antifaschistische Demonstration unter dem Motto „Faschismus heißt Krieg! Den Naziaufmarsch verhindern!“ in der Stadt geben, um zum einen inhaltlich auf das Thema Faschismus und Krieg einzugehen und zum anderen aktiv und entschlossen gegen die Faschist_innen und deren Aufmarsch vorzugehen.

Wir rufen alle dazu auf, sich an den Blockaden zu beteiligen. Stoppt die menschenverachtenden Geschichtsrevisonist_innen in Magdeburg, Dresden, Dortmund und überall sonst!
Organisiert eine gemeinsame Anreise. Ausgangspunkt für die antifaschistische Demonstration ist der Magedeburger Hauptbahnhof um 10 Uhr am 14.1.2012

Nazis am Samstag in Prenzlauer Berg die Tour vermasseln!!!

Unter dem Motto „50 Jahre Mauerbau – Wir gedenken der Mauertoten“ mobilisiert der Berliner Landesverband der NPD zu einer Kundgebung am Samstag, dem 13. August auf der Böse-Brücke (ehem. Grenzübergang zwischen Wedding und Prenzlauer Berg).
Wir werden das nicht hinnehmen!
Kein Ort für Nazipropaganda in Berlin!

Ab 11.00 sind auch beiden Seiten der Brücke Gegenkundgebungen angemeldet. Wir empfehlen, die Kundgebungen auf der Prenzlauer Berger Seite als Anlaufpunkte zu nutzen. Bringt eure Freund_innen, Transparente, Schilder und Wut im Bauch mit. Zeigen wir den Neonazis, dass sie nicht erwünscht sind.

Histo-Tresen: „Wir haben ja keine Ehre hier“ – Infoveranstaltung mit Film: Marginalisierte Geschichte und Mythos des Partisan_innen-Widerstandes in Kärnten/Koroška.

Es geht um „Kärntner Slowen_innen“ zwischen „Heimatverrat“ und Mythos, um Geschichtspolitik und Erinnerungskulturen.
Der Partisan_innenwiderstand in Österreich wurde überwiegend von dieser slowenischen Minderheit in Kärnten/Koroška (A) getragen und ist auch heute noch wichtiger Teil der Identitätskonstruktion, der sich vom Narrativ der „Pflichterfüllung“ abgrenzt und abgegrenzt – mythologisiert? tradiert wird. Nach einem kurzen Input zu Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus werden Entwicklungen der Geschichtskultur in Kärnten/Koroška nach 1945 zur Diskussion gestellt.
Anschließend wollen wir uns Ausschnitte aus der Sendereihe „Im Brennpunkt“ des ORF ansehen. Darin wurde die Situation der Kärntner Slowen_innen thematisiert. Der Sendung folgte eine Klage wegen Verletzung des Objektivitätsgebotes.

Montag, 04.07., 20 Uhr, Bandito Rosso, Lottumstr. 10a, U-Bhf. Rosenthaler- oder Rosa-Luxemburg-Platz

Histo-Tresen: WAS IST WAS – Anarchismus

In Kooperation mit der Anarchistischen Föderation Berlin (AFB), der Anarcho-Syndikalistischen Jugend Berlin (ASJ) und dem Ya-Basta!-Netzwerk präsentiert die FSI Geschichte (proudly!) beim Histo-Tresen am Montag, den 20.06., ab 20 Uhr eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Anarchismus“. Dabei wollen wir der Frage nachgehen, wo die Idee des Anarchismus herkommt, welche wichtigen Strömungen es gab und gibt und welche aktuellen Perspektiven und internationale Relevanz anarchistische Ideen heute haben.

In diesem Sinne: Jetzt oder nie, ANARCHIE!

#Montag, 20.06.# 20 Uhr # Bandito Rosso# Lottumstraße 10a# U-Bhf Rosenthaler oder U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz#

„Ich bereue mein Leben nicht – eine deutsche Kommunistin in der französischen Résistance“ Buchvorstellung und Diskussion mit Autorin Ulla Plener.

Am 4. Mai dieses Jahres organisierte die Fachschaftsinitiative in der Silberlaube eine Lesung mit der Autorin Ulla Plener. Etwa 40 Leute besuchten die Veranstaltung und lauschten gebannt einer Mischung aus historischem Vortrag und Zeitzeugenbericht.

„Die Bundeszentrale für politische Bildung hat die Publikation über Frauen aus der Resistance abgelehnt – zu speziell.“ Mit diesen Worten leitet die Berliner Historikerin Ulla Plener die Veranstaltung ein und tauscht vielsagende Blicke mit ihrer Tochter Anke und ihrer Enkelin Leonora, die zu ihrer Linken sitzen. Tochter, Enkelin und Urenkelin der Widerstandskämpferin Marie-Luise Plener-Huber stellen gemeinsam die Biographie ihrer Mutter, Großmutter und Urgroßmutter vor: Ein Projekt, das vier Generationen oder 100 Jahre umfasst und viel Bewunderung bei den Zuhörer_innen hervorruft. Das Projekt soll aber nicht nur an Marie-Luise Plener-Huber erinnern, sondern für die Schicksale von insgesamt 132 Frauen sprechen, die unter ähnlichen Umständen in der französischen Résistance ihr Leben riskiert oder geopfert haben. Deren Schicksale hat Ulla Plena schon 2005 eine anderen Publikation mit dem Titel „Frauen aus Deutschland in der französischen Résistance“ recherchier . Thema heute ist jedoch die Geschichte von Marie-Louise Plener, ihrer Mutter.

1909 wurde Marie-Luise in Essen geboren. Beeinflusst durch den ersten Weltkrieg und ihre Brüder, die schon früh im Kommunistischen Jugendverband tätig waren, trat sie mit 28 Jahren in die KPD ein und engagierte sich im Frauenausschuss und der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition.

Zusammen mit ihrem Mann Kurt Plener und ihrer neugeborenen Tochter Ulla musste sie 1933 Berlin verlassen. Gegen Kurt lag ein Haftbefehl vor, da er in einer kommunistischen Sportzeitschrift einen Artikel veröffentlicht hatte, der erklärte „wie man sich sportlich ertüchtigen kann, um gegen Nazis wehrhaft zu sein“.

Marie-Luise gelangte über Kopenhagen nach Moskau, wo sie an der „Kommunisstischen Universität für nationale Minderheiten des Westens“ neben Allgemeinbildung vor allem eine politische Ausbildung erwarb. In Deutschland hatte sie nur die Volksschule (heute Hauptschule genannt) besuchen können. Im Juni 1939 meldete sich Marie-Luise freiwillig für einen Einsatz als Kurierin in Frankreich, wo sich derzeit auch ihr Mann Kurt befand. Ulla Plener betont mehrmals den Aspekt der Freiwilligkeit, der das Engagement ihrer Mutter charakterisierte.

Ulla Plener selbst verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit in einem Kinderheim in der Textilstadt Iwanowo nördlich von Moskau, zusammen mit Kindern 34 unterschiedlicher Nationen, deren Eltern ebenfalls politisch aktiv waren. Ulla erinnert sich, dass sie sich in diesem Heim sehr wohl gefühlt hat und das die Kinder dort sehr viel über die Nazi-Verbrechen wussten. Viele waren selbst aus den von Deutschland besetzten Gebieten geflohen und hatten dort traumatisches Erfahrungen gemacht, andere erfuhren über Verwandte in der Roten Armee schon früh über jene Verbrechen der Wehrmacht, die in Deutschland bis in die 1990er Jahre verdrängt wurden.
Das Heim wurde von der Internationalen Roten Hilfe betrieben und genoss daher einige Privilegien, wie zum Beispiel die Patenschaft zu mehreren örtlichen Textilfabriken, welche das Heim unterstützten. Im Heim habe es zwar wenig aber immerhin regelmäßig Essen gegeben. Die Kinder hätten Hunger gehabt, aber niemand habe gehungert, obwohl in der Sowjetunion während des Krieges eine allgemeine Lebensmittelknappheit herrschte.

Derweil studierte Marie-Luise in Paris einige Zeit an der Sorbonne und knüpfte wichtige Kontakte, bis sie nach der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht in ein Internierungslager gebracht wurde.
„Die Geschichte der spektakulären Flucht zusammen mit einer Gruppe von Frauen aus dem Internierungslager nach Toulouse hat mir meine Großmutter sehr oft erzählt“, berichtet Anke Plener.
Leider ist die Zeit zu knapp und wir springen zu einem Textauszug über die sogenannte „Mädelarbeit“, den Leonore Plener, Marie-Luises Urenkelin, vorliest. Die Frauen der Résistance mischten sich unter die Besatzungssoldaten, um militärisch wichtige Informationen zu erhalten, verteilten Flugblätter, erledigten Kurierdienste, schmuggelten Waffen, hörten den Londoner und Moskauer Rundfunk ab und halfen Franzosen, die von der Deportation bedroht waren, unterzutauchen.
„Travail allemand, t.a., deutsche Arbeit“, ergänzt Ulla und wird sofort von ihrer Enkelin Leonora in ihrer französischen Aussprache korrigiert, die schmunzelnd hinzufügt, dass sich ein gewisser „resoluter“ Charakterzug durch die ganze Familie ziehe. Die drei Frauen betonen, wie nachhaltig Marie-Luises Engagement sie geprägt habe, wenn auch in unterschiedlicher Art und Weise.

Der Textauszug macht die Belastung und die Angst der Widerstandskämpferinnen deutlich. Trotz ihres lebensgefährlichen Engagements wurde Marie-Luise später in der DDR als „Westemigrantin“ benachteiligt.

„Wir haben alle unsere Geschichte. Ein jeder von uns wurzelt tief in der Vergangenheit“ schreibt Peter Weiss. Ulla legt uns nahe, dessen großartiges Werk „Die Ästhetik des Widerstandes“ so schnell wie möglich zu lesen. Weiterhin schlägt sie vor, dass wir uns mit historischen Arbeiten am Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung (gibt es jetzt endlich in der Bibliothek!) beteiligen sollten: dort werden immer junge Autorinnen und Autoren mit eigenen Beiträgen zur Geschichte von Arbeiterbewegung und anderen sozialen Bewegungen gesucht. Im offiziellen Curriculum der Universitäten spielt dieses Thema kaum eine Rolle.

Den Einstieg dazu müssen sich interessierte also selbst erarbeiten. Als Auftakt hierzu wäre neben Peter Weiss auch die Lektüre der Biographie „Ich bereue mein Leben nicht“ über eine deutsche Kommunistin in der französischen Résistance von Ulla Plener eine gute Wahl….

Sarrazin halt’s Maul – Rassismus abschaffen! Kundgebung gegen Sarrazin

Im Hotel Estrel wird Thilo Sarazzin Raum geboten, seine rassistischen
Ansichten aus „Deutschland schafft sich ab“ auszubreiten. Auf Einladung
des Berliner Abendblattes schwadroniert er über die „Folgen, die sich
für Deutschlands Zukunft aus der Kombination von Geburtenrückgang und
Zuwanderung ergeben“. Er beschwört dabei die Illusion, Menschen mit
Migrationshintergrund stünden für Abhängigkeit von staatlichen Zahlungen
und würden lauter religiös-fanatische Kinder produzieren. Wir wollen
Präsenz zeigten und die Verbreitung von Vorurteilen, Angstargumenten und
rassistischer Stimmungsmache in Neukölln nicht widerspruchslos
hinnehmen. Sarrazin, schaff dich selber ab, Neukölln lacht sich ab
deinem Rassismus schlapp!

Mittwoch 18. Mai 2011, 17 Uhr, Eingang Estrel Hotel, S Sonnenallee

„Ich bereue mein Leben nicht“ – eine deutsche Kommunistin in der französischen Résistance

Veranstaltungsplakat FSI GeschichteBuchvorstellung und Diskussion am Mittwoch, 4. Mai um 18h in KL 25/134 (Silberlaube, Habelschwerdter Allee 39-45)

Während in Deutschland die Sarrazindebatte tobte, löste in Frankreich der 93jährige Résistance-Veteran Stéphane Hessel mit seinem Ausatz „Empört Euch“ eine landesweite Diskussion über die Notwendigkeit von Widerstand aus. Hessels Aufruf richtete sich explizit an die junge Generation der Prekären. Er erinnert an eine soziale Vision der Résistance, die über den engeren Antifaschismus weit hinausging und bis heute uneingelöst ist.

Diese Vision bewog auch die deutsche Kommunistin Marie-Louise Plener, das sowjetische Exil zu verlassen und sich dem französischen Widerstand anzuschließen. Sie übernahm für die Résistance Aufklärungsarbeit und riskierte mehr als einmal ihr Leben im Kampf gegen Hitler. Nach Kriegsende ging sie zunächst nach Essen, wurde dort jedoch als Kommunistin aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Daraufhin siedelte sie in die SBZ/DDR über, um sich dort mit viel Idealismus am Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft zu beteiligen. Auch hier wurde sie jedoch enttäuscht: wie zahlreiche andere „Westemigranten“ wurde Marie-Louise Plener diskriminiert und im Beruf degradiert. Gerade wegen ihrer Resistánce-Tätigkeit galt die engagierte Antifaschistin dem Parteiapparat der SED als unzuverlässig.

Ulla Plener, Tochter von Marie-Louise, hat im letzten Jahr unter dem Titel „Ich bereue mein Leben nicht. Marie-Luise Plener-Huber: Die Lebensgeschichte einer Idealistin“ eine umfangreiche Biographie ihrer Mutter veröffentlicht. In einer Doppelrolle als Zeitzeugin und Historikerin stellt sie dieses Werk nun an der Freien Universität Berlin zur Diskussion. Sie berichtet über das Leben einer Kommunistin zwischen Antifaschismus und stalinistischer Repression, über Exil und Widerstand, über die Aufbauphase der DDR, das Engagement als Frau in einer männerdominierten Bewegung und die Widersprüche des „real existierenden Sozialismus“.

Ulla Plener, geboren 1933 in einer Berliner Arbeiterfamilie, wurde nach Machtübernahme der Nazis von ihrer Mutter ins sowjetische Exil gebracht. Sie wuchs dort in einem Kinderheim der internationalen Roten Hilfe in Iwanowo auf, während ihre Mutter für die Résistance kämpfte. Ulla Plener erlebte als Heranwachsende in der Sowjetunion Weltkrieg und Kriegsende am 8. Mai 1945. Im Jahr darauf kehrte sie nach Ostberlin zurück. Von 1951-1956 studierte Sie an der Moskauer Lomonossov-Universität Geschichte. Nach dem Ende ihrer Ausbildung forschte sie als Historikerin an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften der DDR. Sie veröffentlichte zahlreiche Werke zur Geschichte der Arbeiterbewegung und widmet sich seit 1990 insbesondere dem biographischen Blick „von unten“ auf die Basis der sozialistischen Bewegung.

Dieses Wochenende Naziaufmarsch in Dresden verhindern!

Veranstaltungshinweis: „Politischer Antisemitismus und die Protokolle der Weisen von Zion“

Eine Veranstaltung im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus

Antisemitismus ist ein umfassendes politisches Projekt. Sein wohl bedeutendstes Manifest sind die „Protokolle der Weisen von Zion“. Angeblich entlarven sie die Verschwörung einer Gruppe von Juden, die planen, die Weltherrschaft zu erobern.
Seit der ersten Veröffentlichung der Schrift im zaristischen Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie nahezu über den gesamten Globus verbreitet und in diverse Sprachen übersetzt. In der muslimischen Welt und in Russland werden die „Protokolle“ bis heute in großem Umfang vertrieben. Die „Protokolle“ sind ein zentraler literarischer Bezugspunkt anti-semitischer Welterklärung geblieben.

Referent:

Michael Zantke, Student der Politikwissenschaft
Zeit und Ort:
Am Freitag, 19. November 2010 um 18:45 Uhr
in der Galerie der Amadeu Antonio Stiftung (Linienstr. 139 nahe dem U-Bhf Oranienburger Tor)
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