Archiv für November 2007

„Sein oder Nichtsein“ – Histo-Kino am 29.11.07

Nach langer Durststrecke beginnen wir am Donnerstag endlich wieder mit einer Neuauflage des legendären Histo-Kino. Wir zeigen den Klassiker „Sein oder Nichtsein“ von Ernst Lubitsch, diesmal nicht im Institut in Dahlem sondern in Kreuzberg:

Histo-Kino

Donnerstag, 29.11.07
Beginn: 21h
(Kurz-Input und Diskussion nach dem Film)
New Yorck im Bethanien (Südflügel)
Mariannenplatz 2, Kreuzberg

„Sein oder Nichtsein“ von Ernst Lubitsch:

Stadttheater Posen, 1939. Mitten in den Proben zu „Gestapo“, einer Parodie auf Adolf Hitler, wird das Theater von der Besetzung Polens durch die Deutsche Wehrmacht überrascht. Aus Angst vor Provokationen verbietet die polnische Regierung die Inszenierung und setzt stattdessen „Hamlet“ auf den Spielplan. Josef Tura freut sich, auf der Bühne wieder als Hamlet glänzen zu kön­nen. Doch eigenartig ist, dass immer in seinem wichtigsten Monolog bei den Worten „Sein oder Nichtsein“ ein junger Fliegerleutnant den Saal verlässt. Bald schwant Tura, dass dieser junge Mann zu seiner Frau Maria in die Garderobe eilt. Fliegerleutnant Stasnik ist jedoch nicht nur der geborene Charmeur, sondern auch aktiver Kämpfer im polnischen Untergrund. Mit Ausbruch des Krieges wird das Posener Stadttheater Keimzelle einer Widerstandsgruppe. Als die deutsche SS im Theater spioniert, um Widerstands­kämpfer aufzuspüren, erweisen sich die Nazi-Kostüme und das Talent der Schau­spieler als überaus nützliche Waffe. Ein wirklicher Kampf um „Sein oder Nichtsein“ beginnt und lässt die Schauspieler über sich selbst hinaus­wachsen.

„Recht und Geschlecht“ – Studientag an der FU

Am 07.12.2007 findet ab 10 Uhr der von den Kritischen JuristInnen FU organisierte Studientag Recht und Geschlecht am Fachbereich Rechtwissenschaft der FU statt.

Es werden sechs Workshops von den AutorInnen des Studienbuchs „Feministische Rechtswissenschaft“ angeboten:

10 Uhr – 12 Uhr

- Antidiskriminierungsrecht in der Praxis,
- Kinderkosten und Sorgearbeit im Recht,
- Pornographie: Gewalt oder Kommunikation

14 Uhr – 16 Uhr

- Tötung des Familientyrannen – eine Urteilsanalyse,
- Race, Geschlecht und Recht (Teil 1)

16 Uhr – 18 Uhr

- Geschlechterverhältnisse in historischer Perspektive,
- Race, Geschlecht und Recht (Teil 2)

Zum Abschluß des Tages wird der Film „Beates Geschenk“ gezeigt. Es handelt sich um einen japanischen Dokumentarfilm (mit englischen Untertiteln) aus dem Jahr 2004 über den Kampf der japanischen Frauen um Gleichberechtigung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs (Ab ca. 18 Uhr).

Anmeldung unter: recht-und-geschlecht[ätt]fu-berlin.de (Anmeldung nicht zwingend erforderlich)

Neues Treffen zur Fachwechsel-Problematik im Bachelor am 27.11.!

Das Treffen findet statt am Di, 27.11. um 16.00 Uhr
in der AStA Villa (Otto von Simson Str 23)

Die vom AStA ins leben gerufene Fachwechsel-Gruppe trifft sich nun schon zum vierten mal – Ziel ist es, gegen die unmöglichen Regelungen zum Studienfachwechsel im Bachelor an der FU anzukämpfen. Denn an der FU ist es derzeit so, dass nur einmal im Studienverlauf ein Antrag auf Fachwechsel im Nebenfach (oder zweitem Hauptfach) gestellt werden darf – scheitert dieser, sind Studierende in Kombi-Bachelors dazu verdammt ihre ungeliebten „Modulangebote“ (wie die Nebenfächer jetzt in BA-Orwellianisch heißen) bis zum Ende oder Abbruch durchzuziehen.

Die Gruppe ist einerseits Selbsthilfegruppe zum Austauschen von Geschichten und Tipps, vor allem aber wollen wir politisch Druck aufbauen um bessere Bedingungen in Sachen Fachwechsel durchzusetzen.

Es gibt einen email-Verteiler, ihr könnt euch einfach eintragen unter:

http://groups.google.de/group/Modulwechsel?hl=de

Der Verteiler informiert über weitere Treffen und Aktionen – grundsätzliche Infos zum Thema gibt es unter:

http://www.astafu.de/aktuelles/archiv/a_2007/news_10-17

Oder aber ihr schaut einfach Dienstag beim Treffen vorbei!!

Schluss mit deutschem „Heldengedenken“! – Kundgebung zum „Volkstrauertag“ am 18.11.07

Ein Aufruf des „Berliner Bündnis gegen Geschichtsrevisionismus“:

Aufruf zur Kundgebung

Sonntag, den 18.11.2007, 10:00 Uhr
Eingang des Columbiadamm-Friedhofs in Berlin

Auch dieses Jahr findet zum so genannten Volkstrauertag auf dem ehemaligen
Garnisons-Friedhof am Columbiadamm in Berlin-Neukölln ein „Heldengedenken“
für die in deutsch-nationalistischen Kriegen gefallenen Soldaten statt.
Veranstalter ist der „Ring Deutscher Soldatenverbände Berlin“. Wie jedes
Jahr versammeln sich zu diesem Anlass Angehörige der Bundeswehr, Veteranen
der Wehrmacht, Vertreter von Republikanern, der DVU, der NPD und der FDP
sowie der Ordensverein der Ritterkreuzträger und verschiedene
Burschenschaften.

Wir, das Berliner Bündnis gegen Geschichtsrevisionismus, wollen dieser
Form des Gedenkens ein Ende setzen und skandalisieren die fortwährende
rechts-nationale Geschichtsschreibung.

Nein zu nationalem Gedenken und Traditionspflege!
Gegen jeden Geschichtsrevisionismus!
Keine Träne für Deutschland!

Unser Gedenken gilt den Opfern des Kolonialismus, der
nationalsozialistischen Massenmorde und der Shoah, unsere Empathie den
Überlebenden der deutschen Vernichtungspolitik.

Weitere Infos:

http://www.antifa-moabit.de.vu/
http://www.bamm.de/
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/fels/de/antifa/archive.shtml

Onkel Dieter kümmert sich!

So verwunderlich es auch klingen mag für all diejenigen, die sonst gerne mal über das FU-Präsidium schimpfen (und das zu Recht!): Dieter Lenzen sorgt sich um uns!

Ja, tatsächlich! Trotz überquellendem Terminkalender besuchte er deshalb gestern morgen eine volle ErstsemesterInnen-Vorlesung der Erziehungswissenschaften, um nachzufragen, was er denn mit dem Geld anstellen solle, dass durch die Exzellenzinitiative zu Verfügung stehe. Über den Unsinn der Exzellenzinitiative im Allgemeinen und im Besonderen soll an dieser Stelle nicht gesprochen werden – Michael Hartmann übernimmt dies am 27.11.

Eine vollkommen neue Problemlage jedenfalls für das Präsidium der FU! Obwohl es prinzipiell sehr begrüßenswert ist, dass Studierende in Entscheidungsprozesse und Mittelvergabe eingebunden werden (auch wenn dies im Allgemeinen nur rein nominell geschieht), ist es dennoch völlig unverständlich, dass der Präsident der FU diesen inoffiziellen Weg wählte und weder akademische Gremien noch offiziell gewählte Studierendvertretung einbezogen hat, sondern sich wahllos an einige wenige Studierende wandte.
Schade vor allem, dass er, nachdem er bereits zur Podiumsdiskussion der FSI Geschichte zur Gedenkpolitik der FU nicht erschienen war, erneut nicht mit uns gesprochen hat – die FSI Geschichte hätte sicher eine Menge guter Ideen gehabt. Man denke nur an den Neubau eines Dieter-Lenzen-Tempels, der vom Lenzen-Fanclub bereits seit einem Semester gefordert wird…

Nebenbei wollte er wohl noch wissen, welche Probleme die anwesenden Studierenden bewegen würden – und erhielt wohl eindeutig mehr Antworten als er sich das von seiner „exzellenten“ Universität erwartet hätte, und dass, obwohl die anwesenden Studierenden erst seit einigen Wochen Teil haben dürfen an seiner Freien Uni.

Es bleibt nur zu hoffen, dass er nicht allzu ernst genommen wurde: Denn dieser Auftritt wird weder Folgen für die Situation der Studierenden der FU haben, geschweige denn für die Vergabe der Mittel der Exzellenzinitiative. Der Präsident handelte nach einem Prinzip dass er sich wohl in einem Populismus-Kurs während seiner eigenen Studienzeit angeeignet hat: Volksnähe beweisen – das ganze aber bitte ohne Konsequenzen, unten wird geredet, oben wird entschieden. Oder wie es im Wirtschaftsjargon heißt: Top-Down-Führungsstrategie.

Insgesamt plauderte Dieter Lenzen fast eine Stunde mit den StudienanfängerInnen, während deren Prof, der von alledem nichts gewußt haben will, danebenstand und seine Lehrzeit verschwinden sah…
Dann wurden aus den Reihen der ErstsemesterInnen die ersten Fragen nach Sinn und Zweck dieser PR-Veranstaltung laut, schließlich seien sie hier, um eine Vorlesung zu besuchen.

Doch da Fragen nach Sinn und Zweck an der FU traditionellerweise mangelhaft bis gar nicht beantwortet werden, wird uns dieser wohl auch hier verborgen bleiben. Nicht nur der undemokratische Aufbau der universitären Gremien signalisiert wenig Interesse an studentischen Vorstellungen und Ideen. Auch die ausleibende Unterstützung der Studierbarkeitsumfrage im letzten Semester, welche Probleme und verbesserungswürdige Aspekte im Studium aufzeigen soll, passt in das Bild vom sich um das Präsidialamt drehenden, elitären Haufen, der die Uni hinter geschlossenen Türen regiert.
Aber vielleicht trieb Herrn Lenzen ja die Blamage bei der Immatrikulationsfeier zu dieser schon einer Verzweiflungstat ähnlichen Buhlerei um die Gunst der ErstsemesterInnen. Geschickt ist es allemal, auf diese Art und Weise KritikerInnen aus dem Weg zu gehen. Demokratisch weniger.

Anti-NPD Demo in Karlshorst am 17.11.07

Eine kurzfristige Meldung in sachen Antifa:

Die NPD hat anläßlich des Volkstrauertages eine Kundgebung für Samstag den 17.11.07 vor dem Deutsch- Russischen Museum Karlshorst für etwa 100 Leute angemeldet. Als Redner sind der Landesvorsitzende Eckart Bräuniger und der Lichtenberger BVV-Verordnete und NPD-Parteivorstandsmitglied Jörg Hähnel angekündigt. In ihrem Aufruf mobilisiert die NPD für 17:00 Uhr zum S-Bhf Friedrichshagen, um dann in Polizeibegleitung mit der S-Bahn nach Karlshorst zu fahren und zum Kungebungsort zu gelangen.

Die „Initiative gegen Rechtsextremismus Karlshorst“ ruft alle Berlinerinnen und Berliner auf mit ihnen gemeinsam für eine demokratische Kultur einzutreten und gegen ein deutsches „Heldengedenken“ in Karlshorst zu protestieren.
Unter dem Motto „Keine Nazis in Karlshorst“ hat die Inititaive vor dem Kulturhaus Karlshorst (Treskowallee/Ecke Dönhoffstraße) ab 16:00 Uhr eine Kungebung angemeldet. Darüberhinaus ist eine Demonstration vom Ausgang Richtung Trabrennbahn des S-Bahnhofes Karlshorst zum Deutsch-Russischen Museum angemeldet. Treffpunkt ist hier ebenfalls 16:00 Uhr und die Demonstration wird auch an der Kundgebung vor dem Kulturhaus vorbei gehen.

Für Nachfragen steht Ihnen/Euch entweder die Netzwerkstelle Licht-Blicke ( 030/99270555 )oder die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus ( 030/ 240 45 435 ) zur Verfügung.

Vom Unsinn der Exzellenzinitiative – Vortrag am 27.11

„Bildung und die Zukunft der Universität“
Am 28.11. findet am Philosophischen Institut der FU der „Tag der Philosophie“ mit dem Obertitel „Bildung und die Zukunft der Universität“statt. Das interessante daran: es gibt einen Festvortrag von Elitenforscher Michael Hartmann zum Thema „Exzellenzinitiative“:

Prof. Dr. Michael Hartmann (TU Darmstadt):


Vom Unsinn der Exzellenzinitiative

INSTITUT FÜR PHILOSOPHIE
HABELSCHWERDTER ALLEE 30 BERLIN

MITTWOCH 28. NOVEMBER 16:00 UHR

TU-Berlin: Go-In im Präsidialamt

Eine Pressemeldung aus der TU Berlin:

Studierende wehren sich gegen Demokratiedefizite

Heute früh besetzten etwa 50 Studierende der TU das Präsidialbüro im
Hauptgebäude (Raum 1030). Sie fordern die sofortige Konstituierung des 28.
Studierendenparlaments durch die TU-Administrative. Derzeit verhindert der
im Juli mit großer Mehrheit abgewählte RCDS-AStA durch Klagen vor dem
Verwaltungsgericht die Umsetzung des Wählervotums der
TU-Studierendenschaft (siehe PM von gestern:
http://www.breilibue.org/?download=pm121107.pdf). Obwohl die Klagen
offensichtlich nur der Verschleppung der Konstituierung eines neuen
Studierendenparlaments dienen, macht sich die TU zum Erfüllungsgehilfen
des RCDS, ohne rechtlich gezwungen zu sein. Damit gefährdet sie nicht nur
das Semesterticket an der TU, sondern behindert die Aufnahme der Arbeit
der gewählten Studierendenvertretung.

Der derzeit amtierende AStA wurde von den TU-Studierenden aufgrund seiner
Politik der Demontage der studentischen Strukturen abgewählt. In den
letzten Monaten versuchte er dennoch im Amt zu bleiben. Diesem Treiben
muss endlich ein Ende gesetzt werden. Der Präsident der TU ist der höchste
Mandatsträger, er wird von den Studierenden nun folgerichtig
verantwortlich gemacht und als Adressat des Protestes wahrgenommen.

Die Besetzung seines Büros sollte seine Handlungsfähigkeit zumindest für
kurze Zeit einschränken, wogegen die Studierendenschaft aufgrund des
illegitimen Machtanspruches des RCDS seit Monaten handlungsunfähig ist.
Als die Studierenden das Büro betraten berieten gerade die Kanzlerin Frau
Gutheil und der Präsident Kutzler über die Angelegenheit. So wurde in
großer Runde angeregt eine Stunde lang diskutiert. Unstrittig ist bei
allen Beteiligten, dass der RCDS durch die Ausschöpfung aller rechtlichen
Möglichkeiten, unfair und vor allem undemokratisch handelt. Auch nach
Meinung des Präsidenten hat der RCDS kein Recht weiterhin den AStA zu
stellen und die Studierendenschaft zu vertreten. Dennoch weigert sich das
Präsidium eine möglicherweise negativ ausfallende Klage vor dem
Verwaltungsgericht in kauf zu nehmen. Nach dem Gespräch berieten die
Studierenden die weitere Vorgehensweise unter Ausschluß des Präsidenten
für eine halbe Stunde. Danach verließ man freiwillig das Büro und setzte
die Aktion in den Räumen des AStA fort.

Mit der heutigen Aktion wurde auch die Anerkennung des Gegen-AStA als
Studierendenvertretung durch die TU-Verwaltung gefordert. Das Gremium
repräsentiert die Mehrheit des bisher nicht-konstituierten
Studierendenparlaments und kann formal nicht als Studierendenvertretung
auftreten.

Sollte sich die hochschulpolitische Situation an der TU nicht ändern ist
künftig mit ähnlichen Aktionen zu rechnen.

Alle Studierenden sind aufgerufen, sich über die aktuellen Geschehnisse
auf der Vollversammlung am 14.11.2007 um 14 Uhr in Raum H0105 zu
informieren.

Mehr über das katastrophale Amtsgebaren des RCDS-AStA an der TU:

http://fsigeschichte.blogsport.de/2007/07/10/abtransport-von-tu-druckerei-verhindert/

http://fsigeschichte.blogsport.de/2007/02/22/asta-tu-schlieat-sozialberatung/

http://www.astafu.de/aktuelles/archiv/a_2007/presse_07-10

Geo-Party am 16.11.07

Eine Einladung aus der Geographie:

Am Freitag den 16.11.2007 findet wie jedes Jahr wieder die Geo-Party der
FU-GeographInnen und GeologInnen statt. Ihr seid hiermit alle herzlich
eingeladen!
Ab 19:30 werden wieder 3 Bands Rock, Reggae und Ska für Euch
spielen. Wir raten Euch allen früh zu erscheinen, da die Erfahrung gezeigt
hat, dass es doch wieder sehr schnell voll werden kann.

Freitag 16.11. 19:30
RAW-Tempel
Revaler Str. 99
S+U Warschauer Str.

Line Up:
Persimmon (Rock und Pop)
Nanofish Dippers (Ska)
Fôô Fanick & One Roots (Reggae)

Danach: DJ

Erinnerungskultur selber machen!

Aus dem Veranstaltungsbericht des AStA zur Podiumsdiskusson „Die Freiheit die ich meine“, welche die FSI Geschichte am 6.11. ausrichtete:

Am gestrigen Abend fand an der FU Berlin erstmals eine öffentliche Diskussion über das am 6. September eingeweihte „Freiheitsdenkmal“ hinter dem Henry Ford Bau statt. Das Denkmal selbst war in den Semesterferien ohne jede universitätsinterne Diskussion aufgestellt und zehn anfang der 50er Jahre in der Sowjetunion ermordeten FU-Studenten gewidmet worden. Wieder einmal verweigerte sich Präsident Lenzen hier der Debatte mit den Studierenden, obwohl der AStA ihn seit dem 15. Oktober mehrfach schriftlich und telefonisch eingeladen hatte. Auch Vizepräsidium, Pressesprecher etc. die ausdrücklich angefragt waren, erschienen nicht. Stattdessen konnte Herr Martin Schönfeld vom „Büro für Kunst im öffentlichen Raum“ als Diskussionspartner gewonnen werden.

Die Diskussion verlief trotz der Verweigerung des Präsidiums sehr kontrovers, denn mit Lutz Utecht war auch ein Angehöriger eines der ermordeten Studenten zugegen. Trotz heftiger Angriffe und Streitszenen fanden sich allerdings einige Übereinstimmungen zwischen den Positionen der drei Podiumsredner und den Forderungen Utechts:

Die weitere Forderung von Herrn Utecht, die ermordeten zehn Studenten in ihrer Biographie ernst zu nehmen, stieß hingegen auf klare Zustimmung beim Podium. Martin Schönfeld betonte: gerade weil man sie Ernst nehmen wolle, müsse man fragen ob dieses für einen ganz anderen Zusammenhang entworfene Denkmal eine sinnvolle Geste oder nicht eine Instrumentalisierung sei. Ralf Hoffrogge schloß daran an und fragte, ob die Studenten nicht bereits in der Vergangenheit instrumentalisiert worden seien. Einer ersten Instrumentalisierung durch die Geheimdienste im Kalten Krieg folge nun eine zweite durch eine corporate-identity Kampagne der FU. Auch Professor Wippermann stellte noch einmal heraus: er sehe die Studenten eindeutig als Opfer. Jedoch sei das Denkmal in der bestehenden Form ein Mahnmal für die „Kampfgruppe“ und den „Völkischen Arbeiterrat“, und das könne auf keinen Fall so hingenommen werden.

Die Veranstaltung endete mit einem Vorschlag Schönfelds: die Studierenden der FU sollten die Erinnerungskultur selbst in die Hand nehmen:

Mit Zettelaktionen am und ums Denkmal, mit Diskussionen und anderen Aktionen könnten die Studierenden eigene Inhalte und eine eigene Erinnerungskultur entwerfen. Dieser Aufforderung konnte sich Ralf Hoffrogge im Namen des AStA nur anschließen. AStA FU und Fachschaftsinitiative Geschichte würden sich des Themas weiter annehmen und hofften auf rege Beteiligung.

In diesem Sinne sind wir gespannt auf Aktionen und Ideen rund um das sogenannte „Freiheitsdenkmal“. Einfach so stehen lassen sollten wir diesen Klotz wirklich nicht. Nicht nur wegen seiner 15 Tonnen Gewicht stellt der Klotz, von Prof Wippermann treffend als „Panzersperre“ karikiert, eine schwere Zumutung dar. Statt Antikommunismus in Bronze wäre eine studentische Erinnerungskultur von Unten notwendig.

Den ganzen Bericht zur Veranstaltung könnt ihr hier nachlesen. Auch die taz brachte einen Bericht zur Diskussion, liefert aber ihren LeserInnen außer ein paar emotional gefärbten Eindrücken wenig Fakten zur Debatte.